Wittener Experten sprechen über gesunde Ernährung | Nachrichten aus Witten, Stadt der Privat-Uni

Witten.   Was eine gesunde Ernährung ausmacht, ist umstritten. Für die einen sind es die Inhaltsstoffe, die anderen berufen sich eher auf philosophische Ansätze.

Keine Kohlenhydrate, kein Fleisch, kein Zucker – wie eine Ernährung aussieht, die gesund ist und fit macht, dazu gibt es verschiedene Ansichten. Die einen etwa verzichten ganz auf Eier, Steak und Wurst, die anderen nehmen bewusst viel tierisches Eiweiß zu sich. Für unsere Serie beleuchten wir das Thema Ernährung und Fitness daher von verschiedenen Seiten.

Dörthe Mühlenhardt ist Ernährungsberaterin im Marien Hospital Witten. Fit machen ihrer Meinung nach Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Das sind Substanzen, mit deren Hilfe Pflanzen etwa Fressfeinde abwehren können. „Sekundäre Pflanzenstoffe stärken das Immunsystem und wirken sich günstig auf den Blutdruck aus“, sagt Mühlenhardt. „Sie können auch den Cholesterinspiegel senken.“ Enthalten seien sie in Gemüse, Obst und Nüssen.

Was an den „Superfoods“ dran ist

Ein hoher Anteil der Stoffe soll auch in den „Superfoods“ stecken, die derzeit in aller Munde sind. „Das ist ein richtiger Hype“, sagt Mühlenhardt. „Die Acai-Beere etwa hat einen hohen Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen.“ Gleiches gelte jedoch auch für den heimischen Rotkohl, der viel günstiger sei. „Man sollte nach Alternativen schauen, die man kennt.“

Nach Mühlenhardt gibt es auch Lebensmittel, die eine negative Wirkung auf den Körper haben können. „Fettreiche Mahlzeiten und Alkohol machen müde“, sagt die 49-Jährige. Ein Spezialfall sei der Zucker: „Er macht einenzuerst munter, aber der Blutzuckerspiegel fällt schnell wieder ab.“

Nach dem Sport: Kohlenhydrate

Für Hobby-Sportler gelten nach Dörthe Mühlenhardt die gleichen Empfehlungen, wie für jeden anderen auch. „Man sollte weder mit Hunger zum Sport gehen noch reichhaltig vorher essen“, sagt die 49-Jährige. Während des Trainings sollte man generell nichts zu sich nehmen. „Nur bei einer hohen Belastung, die über 90 Minuten andauert: Ein Marathonläufer braucht zwischendurch schon mal eine Banane.“ Nach dem Sport gelte es, den Kohlenhydratspeicher wieder aufzufüllen. Der „Eiweißshake danach“, den es oft im Fitnessstudio gibt, sei dagegen überflüssig. „Viel wichtiger ist es, nach dem Sport Wasser zu trinken.“

Den Körper entlasten

Für den Wittener Arzt Dr. Mirahmad Bahrinipour gibt es so etwas wie eine gesunde Ernährung nicht, sagt er. „Nur in diesem Sinne, dass das Ausgangsmaterial gut ist, die Lebensmittel also keine Antibiotika, Hormone oder Schadstoffe enthalten.“ In seiner Praxis arbeitet Bahrinipour nach dem Prinzip des Ayurveda. „Ich behandele mit der Ernährung“, sagt der Mediziner. „Egal um welche Krankheit es geht: Asthma, Migräne, Rheuma.“

Ausgangspunkt sei der Ist-Zustand: „Was ist zu viel im Körper, was zu wenig?“ Bahrinipour fühlt etwa den Puls seiner Patienten und untersucht ihren Urin – um zu schauen, welches ihrer Systeme „belastet“ ist: Das Nerven-, Muskel- oder Epithelsystem. „Um die Belastung wegzunehmen, empfehle ich meinen Patienten, alle Speisen wegzulassen, die dieses System reizen.“ Manche dürften Brot essen, andere nicht, manche Milch trinken, andere nicht.

Bei chronischen Beschwerden könne diese Diät zwischen sechs Monate bis zwei Jahren dauern. „Akute Beschwerden wie Halsschmerzen verschwinden sehr schnell“, sagt Bahrinipour.

Generell sei es wichtig, Abstand zwischen den Mahlzeiten zu halten: fünf bis sechs Stunden. „Dazwischen sollte man nur frisches Obst essen und trinken.“ Die Empfehlungen richteten sich vor allem an kranke Menschen, die wenig Kraft hätten. „Damit sie nicht zusätzlich Kraft verlieren.“

Seite

Quelle:

www.waz.de

Kommentare

Beliebte Posts