20 Minuten - Sagen Sie lokalen Fettpolstern den Kampf an
Wir können durch eine optimale Steuerung der Intensität, Häufigkeit, Wahl der richtigen Kraftübungen, Ernährung und Trainingsform sehr wohl unsere Polster vor allem im Bereich der Arme und Beine verändern. Zudem spielt der Alltagsstress eine sehr grosse Rolle.
Um alle Einflüsse näher zu beschreiben, gehen wir den umgekehrten Weg. Wie kann ein Personal Trainer die Beine seiner Kundin richtig fett machen? Zuerst gehört dazu ein sehr intensives Krafttraining. Einmal in der Woche genügt nicht, dann bleiben die Beine meist noch schlank. Es braucht schon zwei bis drei intensive Krafttrainings oder Intervalle. Zusätzlich senke man noch die Kohlenhydratzufuhr, vor allem vor und während des Trainings. Wenn noch einiges an Stress im Alltag dazukommt, rücken wir unserem Ziel «dicke Beine» Woche für Woche näher. Je mehr ein Muskel überlastet ist, desto weniger wird das darüberliegende Fett abgebaut.
Lassen Sie mich an ein paar Beispielen erklären, wie das konkret in der Analyse ausschaut. In der Beratung sahen wir beim Mountainbiker Ralph Näf, dass er aufgrund von Rückenschmerzen im Training nicht beide Beine gleich belastete. Wir konnten dies in der Fettfaltenmessung sofort sehen, denn er hatte am stärker belasteten Bein rund 30 Prozent mehr Unterhaut-Körperfett.
Beim Weltklasse-Ultracycler Thomas Ratschob stellten wir in der Leistungsanalyse fest, dass er zu intensiv trainierte und dass das Körperfett an seinen Beinen mit 20 mm eher hoch war. Wir passten darauf die Intensität, aber nicht die Umfänge der Trainings an. Die Körperfettfalte fiel automatisch ohne Veränderung der Ernährung um die Hälfte.
Bei einer Pole-Dancerin waren vor allem Oberschenkel und Trizeps etwas massiger als erwünscht. Sie befolgte eine typische Paleo-Diät. Wir konnten bei ihr die Trainingshäufigkeit nicht ändern, darum führten wir zur besseren Regeneration mehr Kohlenhydrate zum Training zu in Form eines Laugenbrots mit Bündnerfleisch, einer Schorle während des Trainings und einer Ovo nach dem Training. Und siehe da, die Trizepsfalte ging innert 20 Tagen von 20 mm auf 9,6 mm zurück und die Oberschenkel um ca. 20 Prozent von 31 mm auf 25 mm.
Bei einer anderen Kundin sahen wir, dass sie im Training vermehrt Ausdauer auf dem sogenannten Stairmaster absolviert hatte. Die Waden waren mit 21 mm sehr hoch im Unterhaut-Körperfett. Nach dem Wechsel zum Crosstrainer, bei dem die Wade weniger belastet war, fiel die Körperfettfalte auf 9,6 mm!
Bei einer weiteren Kundin wurde durch den Arzt ein sogenanntes Lipödem in den Beinen festgestellt. Sie hatte rund 55 mm Unterhaut-Fettfalte. Wir sahen, dass sie viel zu wenige Kohlenhydrate zum Training zuführte. Zudem trainierte sie viel zu oft ihre Oberschenkel. Nachdem wir das Krafttraining auf einmal pro Woche begrenzten und Ausdauer vor allem über Schwimmen machten, verringerte sich ihre Fettfalte um 30 Prozent in zwei Monaten.
In den letzten Jahren konnten wir diese Einzelfälle an mehreren tausend Kunden bestätigen und spezielle Programme entwickeln, um den lokalen Fettreserven den Kampf anzusagen.
Die einfachsten Massnahmen daraus:
• Vor und während jedes intensiven Trainings brauchen wir Kohlenhydrate.
• Problemzonen sollten nie zu intensiv trainiert werden. Wenn, dann nur einmal pro Woche.
• Wer einen hohen Alltagsstress hat, der sollte nicht intensiv trainieren, sondern eher ein lockeres Ausdauertraining durchführen.
• Wer im Job oft stehen muss, sollte sich Kompressionsstrümpfe zulegen. Auch diesen tragen zu einer besseren Regeneration bei.
• Das Bauchfett ist vor allem abhängig von einer ausgewogenen Ernährung, wenig Alltagsstress und einem hohen Stoffwechsel und kann nicht durch ein gezieltes Krafttraining verändert werden.
(seh)
Quelle:
www.20min.chFußnoten:
- ^ Schule für Ernährungsdiagnostik erpse (www.erpse.ch)
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